Man darf nicht vergessen, dass die meisten Menschen in der Antike nicht innerhalb von Staaten lebten. In Mesopotamien entstanden Babylon, Assyrien und Sumer und im alten China bildete sich die Shang-Dynastie, doch ein Großteil der Menschen lebte außerhalb dieser Reiche. Zwar stützten sich einige Mächte - zum Beispiel die Parthen, die um 250 v. Chr. Zentralasien bedrohten - früh auf äußerst mobile berittene Bogenschützen, doch die erste mobile Technologie für Überfälle war der Streitwagen, dessen Ursprünge Tausende von Jahren weiter zurückreichen. Frühe Streitwagen fand man in Zentralasien an archäologischen Stätten von Völkern wie den Sintaschta oder Maikop. Nach der Domestizierung von Pferden in derselben Region ermöglichte es das Speichenrad den Menschen, sich - und kriegerische Truppen - über das weite Land fortzubewegen (auch wenn solche Technologien in Gegenden mit Monsunregen, Waldgebieten oder unwegsamem Gelände weniger nützlich waren).
Streitwagen waren für die Bewegungen früher Völker von entscheidender Bedeutung. Als die Ägypter um 1600 v. Chr. von plündernden Hyksos überrollt wurden, kamen die Angreifer auf Streitwagen. Für das vedische Volk Indiens - das in ähnlicher Weise auf oder mit seinen Pferden umherzog - wurde der Streitwagen zum zentralen Bestandteil der Bildsprache (belegt durch seine Bedeutung im Rig-Veda). Die chinesische Shang-Dynastie nutzte Streitwagen für den Gütertransport, wurde jedoch von Plünderern herausgefordert, die sie für Kriegszwecke angepasst hatten.
Im Laufe der Zeit entstanden neue Technologien. Im Nahen Osten nutzten Gruppen wie die Parther den Kompositbogen, womit sich Pferd und Reiter viel schneller bewegen (und angreifen) konnten als mit einem Streitwagen. In China führte die Einführung neuer Armbrust-Technologie, besserer Kavallerie-Abwehrwaffen und berittener Kompositbogenschützen zum Niedergang der Streitwagen, auch wenn sie danach noch über Jahrhunderte als schicke Gefährte genutzt wurden.