Es gibt bereits Hinweise aus der Frühgeschichte dafür, dass es in der Nähe der armenischen Hauptstadt Siedlungen gab. In einer Höhle bei Jerewan wurden bearbeitete Steinwerkzeuge gefunden, die vor zehntausenden Jahren zum Einsatz kamen. Die Shengavit-Siedlung in Jerewan entstand etwa um 3200 v. Chr. und zählt damit weltweit zu einer der bekanntesten ummauerten archäologischen Stätten aus der Bronzezeit. Die Stadt Jerewan selbst ist dazu geradezu modern – sie wurde vor mehr als 2.500 Jahren am Ort der Festung Erebuni gegründet.
Armenien war das erste Land, das im frühen 4. Jahrhundert das Christentum als Religion annahm. Jerewan wurde insbesondere für sein Lederhandwerk berühmt (im Historischen Museum von Armenien ist ein mehr als 5.000 Jahre alter Lederschuh zu sehen). Da es zwischen den großen Reichen Asiens und des Nahen Ostens liegt, blickt es auf unterschiedliche Herrscher zurück, darunter die Meder, Römer, Byzantiner, Araber, Perser, Osmanen und Russen. Der Aufstieg und Niedergang dieser Kulturen zeigt sich auch heute noch in der Architektur und kulturellen Vielfalt der Stadt.
In Jerewan sind überall Kirchen aus der Antike zu finden. Die winzige Katoghike-Kirche steht ganz im Gegensatz zur prunkvollen Kathedrale des heiligen Gregors des Erleuchters, des weltweit größten Gotteshauses der Armenischen Apostolischen Kirche. Einige Kirchen wurden jedoch zerstört, darunter die Sankt-Peter-und-Paul-Kirche (von der nur noch Fragmente in historischen Museen zu sehen sind). Die Blaue Moschee war einige Jahrzehnte geschlossen und beherbergte das Stadtmuseum von Jerewan, wurde aber wieder restauriert und dient nun erneut als Gebetsstätte.
Eine weitere Sehenswürdigkeit der Stadt ist das Schachhaus von Jerewan. Schach und seine Vorgängerspiele werden in Armenien seit dem 9. Jahrhundert, wenn nicht sogar bereits seit dem 6. Jahrhundert, gespielt, und auch heute noch vertreten die Armenier ihr Land in diesem Sport auf höchstem Niveau.