Mehr oder weniger historische Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass die sri-lankische Stadt Kandy vom Monarchen Vikramabahu III. von Gampola gegründet wurde und ursprünglich Senkadagalapura bei Watapuluwa hieß (so viele Buchstaben für so einen kleinen Ort). Um 1400 n. Chr. wurde Kandy ein unabhängiges Königreich unter Sena Sammatha Wickramabahu aus der königlichen Kotte-Familie. Das Königreich Kandy blieb unabhängig und war relativ wohlhabend und sicher, bis es von britischen Truppen angegriffen wurde. Im zweiten Krieg mit Kandy trafen die Briten auf keinen Widerstand und eroberten die Stadt im Februar 1815.
Dies könnte unter anderem daran gelegen haben, dass die Bewohner verhindern wollten, dass die Stadt dem Erdboden gleichgemacht wurde. Schließlich war sie das Heim gleich mehrerer Glaubensrichtungen - Theravada-Buddhismus, Hinduismus, Islam und Christentum - und es gab mehrere heilige Schreine in der Stadt. So befand sich im Palast unter anderem der 1595 erbaute buddhistische Zahntempel. Die buddhistische Gemeinschaft feierte - und tut es noch immer - einmal im Monat die religiösen Poya-Tage. Die Hindus (etwa 13%) und Moslems (etwa 10%) hielten ihre eigenen Feste und Feiertage aber nicht weniger eifrig ab.
Unter der europäischen Herrschaft erfuhr Ceylon (wie es damals genannt wurde) eine rapide und drastische Modernisierung. Abgesehen von ein paar Aufständen - in Uva 1818 und in Matale 1848 - blieb Kandy eine relativ stille Ecke des British Empire. Während des Zweiten Weltkriegs diente es als Basis für das Südostasien-Kommando der Alliierten, geriet jedoch niemals ernstlich in Gefahr. Die Donoughmore-Reformen der 1930er Jahre, die unter anderem religiöse Toleranz forderten, führten letztlich dazu, dass Sri Lanka 1948 den Status eines unabhängigen Dominions erhielt. Seitdem wurde die Insel von innenpolitischen Konflikten, mehreren Attentaten, einem vorübergehenden Aufstand und einem Bürgerkrieg (1983-2009) geplagt.