Technisch gesehen ist eine Pagode eher ein Baustil - ein Stufenturm mit überhängenden Dachkanten - als ein Gebäude, doch alle Unwissenden verstehen darunter den allgemeinen Begriff für religiöse Bauwerke im Fernen Osten, die meistens dem Buddhismus, manchmal aber auch dem Taoismus, Shintoismus und Konfuzianismus zugerechnet werden. Der Ursprung der Pagode als Gebäude findet sich in den nepalesischen Stupas des 3. Jahrhundert v. Chr. Von dort aus verbreitete sich der Architekturstil in ganz China und Ostasien, wo die Buddhisten ihn für ihre Gebäude übernahmen, in denen sie heilige Reliquien und Schriften aufbewahrten. Für buddhistische Missionare, Pilger und Priester wurden diese Pagoden zu Zentren des Glaubens auf der Erde, in denen zahlreiche und große Abbildungen des Gautama Buddha zu finden waren. Die Baumaterialien und Dekoration reichte von schlicht bis reich verziert und variierte von Region zu Region und Glauben zu Glauben teils sehr stark. Pagoden haben traditionell eine ungerade Anzahl von Stockwerken; eine berühmte Ausnahme ist hierbei aber die knapp 50 Meter hohe Pagode von Sir William Chambers in den Kew Gardens von London, die 1762 gebaut wurde und seitdem mit ihren zehn Stockwerken von zahllosen Engländern für intelligent gehalten wird.